muntiva: eine kleine Schweizer Kleidermarke
Ich denke eine kleine Schweizer Kleidermarke von Grund auf durch: Produktstrategie, Marke, Business Case und Go-to-Market. Sportliche Lifestyle-Basics in hoher Qualität, wenige Produkte, gut gemacht, mit klarer Haltung.
Konzept, Business Plan und Launch-Plan stehen. Offen sind die Markenprüfung, Muster von Blanks und der Entscheid über den Pre-Order-Start. Noch kein Verkauf.
Ausgangslage
muntiva war ursprünglich als KI-gestützte Steuer-App gedacht. Statt sie weiterzuverfolgen, habe ich Namen und Corporate Identity für etwas umgenutzt, das mich mehr reizt: eine eigene Kleidermarke. «munt» steht für Berg und verweist auf die Bündner Wurzeln der Idee.
Idee und Positionierung
Sportlich, aber lifestyle-orientiert: Kleidung für Alltag, Café und Sport, kein Trail- oder Outdoor-Label. Für die Haltung schaue ich auf Sporty & Rich und Aimé Leon Dore, für die Philosophie auf Uniqlo und Lamarel: hochwertige Basics, die man gerne jeden Tag trägt. Der Markt ist primär die Schweiz, getragen von einer Community statt von Performance Marketing. Wenige Produkte, gut gemacht, mit klarer Haltung.
Zielgruppe
Drei Personas, die um dasselbe Lebensgefühl kreisen: die urbane Läuferin im Run Club in Zürich, der Wochenend-Alpinist mit Stadtalltag und die junge Berufstätige, die Qualität vor Menge stellt. Gemeinsam ist ihnen der Wunsch nach reduzierten, gut sitzenden Basics mit Schweizer Bezug.
Wachstum in Stufen
Statt mit einer Kollektion zu starten, wächst das Sortiment entlang validierter Nachfrage. Stufe 1: Club Tee (CHF 59) und Cap (CHF 39) auf hochwertigen Blanks, rund 150 Stück per Pre-Order, um die Nachfrage zu testen. Stufe 2: eine kleine Capsule mit ersten eigenen Schnitten. Stufe 3: eigene Produktion in Portugal oder Merino aus der Schweiz. Stufe 4: regelmässige Drops als wiederkehrende Community-Momente. Das Startkapital ist bewusst begrenzt.
Marke
Die Corporate Identity der Steuer-App habe ich auf Bekleidung übertragen: Orange, Offwhite und Schwarz, dazu ein M-Zickzack als «Weg nach oben» und eine kleingeschriebene, fette Wortmarke. Die Haltung ist ruhig und selbstbewusst, mit wenig Text und viel Material und Schnitt.
Rechtliches und Swissness
Für «Made in Switzerland» müssen bei Industrieprodukten mindestens 60 % der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Seit März 2026 gelten zudem neue Regeln für das Schweizerkreuz, auch bei «Designed in Switzerland». Die Markenrecherche zeigt keinen identischen Eintrag für «muntiva», aber eine ähnlich klingende Marke. Vor dem Launch ist deshalb eine Einschätzung durch eine Markenanwältin eingeplant. Unter CHF 100'000 Umsatz ist die Mehrwertsteuer kein Thema.
Go-to-Market
Ein Shop auf Shopify mit TWINT und Pre-Order, Versand über die Swiss Post. Statt bezahlter Werbung setze ich auf Strava Club und Run-Club-Events, dazu Newsletter und Warteliste vor dem ersten Drop. Der Launch-Plan hat acht Phasen mit klaren Gates, etwa Markencheck, Samples und Pre-Order-Schwelle, bevor Geld in die Produktion fliesst.
Was ich daran zeige
Produktdenken in Stufen mit Hypothese, kleinstem Test und Entscheidungs-Gate. Business Case und Unit Economics für ein physisches Produkt. Den Transfer von Brand und Designsystem von Software auf Bekleidung. Regulatorik und Markenrecht früh im Produktdesign. Und den bewussten Verzicht: lieber klein und profitabel testen als gross planen.