muntiva: Steuer-Software für die Schweiz
Ein Startup-Konzept aus dem Capstone-Projekt meines MBA an der HSG: ein Tool, das Steuerdokumente mit OCR und LLM liest und die Steuererklärung vorbereitet. Es sollte zeigen, wie so etwas in der Schweiz möglich wäre. Gestoppt wurde es, weil die Steuern kantonal geregelt sind.
Gestoppt. Capstone-Projekt im MBA, Juli 2026.

Die Idee
muntiva sollte die Steuererklärung in der Schweiz automatisieren: Dokumente hochladen, per OCR und LLM auslesen, auf das kantonale Formular abbilden und direkt einreichen. Das Ziel waren zwanzig Minuten statt drei bis fünf Stunden von Hand.
Das Problem
Die Schweiz digitalisiert das Back-End mit Kantonsportalen, eCH-Standards und elektronischen Steuerauszügen der Banken. Für Steuerpflichtige hat sich das Ausfüllen kaum verändert. Mit der Systemumstellung kommen rund 1.7 Mio. zusätzliche Erklärungen hinzu, etwa ein Drittel mehr. Niemand besetzt das automatisierte, kantonsübergreifende Erlebnis von den Dokumenten bis zur eingereichten Erklärung.
Wie ich es geprüft habe
Ich habe drei Annahmen getestet, mit einer Umfrage (59 Teilnehmende), dem Interview mit dem CEO eines Anbieters, fünf Interviews mit Privatpersonen und drei mit Treuhändern. Der Bedarf war da, solange Datenhaltung in der Schweiz, offizielle Anbindung und Haftung geklärt sind. Bei Privatkunden würden 54 % zahlen, rund 95 % davon weniger als CHF 100, im Wettbewerb mit kostenlosen Kantonstools. Bei Treuhändern wollten 4 von 5 die Lösung einsetzen, zu CHF 2 bis 10 pro Erklärung. Daraus folgte der Pivot: zuerst das Geschäft mit Treuhändern.
Warum es gestoppt wurde
Steuern sind in der Schweiz Sache der Kantone. Jeder Kanton entscheidet selbst, wie und von wem Steuererklärungen eingereicht werden dürfen. Eine Standardisierung über die ganze Schweiz ist deshalb aktuell nicht möglich. Dazu sind die Schnittstellen nicht öffentlich: Zugang haben nur akkreditierte Softwareunternehmen, und man müsste Kanton um Kanton Elemente und Schnittstelle anpassen. Mit 26 unterschiedlichen kantonalen Systemen ist das nicht skalierbar.
Was das Projekt gezeigt hat
Das Capstone-Projekt im MBA hat die Hypothese klar belegt: Eine schweizweit skalierbare Lösung ist heute nicht tragfähig. Auch das ist ein Ergebnis. Ich konnte zeigen, wie ein solches Angebot in der Schweiz aussehen würde und wo es konkret scheitert. Deshalb habe ich muntiva als Steuer-Software nicht weiterverfolgt.